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Willst du mit mir gehen? Warum Retro-Dating wieder modern wird

Autorenbild: mootiq
mootiq
31. Juli
4 Min. Lesezeit

Ja. Nein. Vielleicht.


Wer in den Achtzigern zur Schule ging, kennt wahrscheinlich diese eine Frage. Auf einen Zettel geschrieben, sorgfältig gefaltet und über mehrere Tischreihen weitergereicht. Mit Kästchen zum ankreuzen und meistens mit ziemlich viel Herzklopfen.


Heute läuft das Kennenlernen anders. Profile erscheinen auf dem Display, der Finger entscheidet innerhalb weniger Sekunden und ein Match ist schnell wieder vergessen. Gleichzeitig wächst ausgerechnet bei jungen Menschen die Sehnsucht nach Dingen, die langsam, greifbar und ein bisschen unperfekt sind.


Plötzlich sind Schallplatten, Einwegkameras, Kassetten, alte Digitalkameras und einfache Handys wieder interessant. Die Retro-Welle hat längst mehr erfasst als Mode und Musik. Vielleicht ist jetzt auch das Dating an der Reihe.



Warum junge Menschen eine Zeit vermissen, die sie nie erlebt haben


Die Gen Z ist mit Smartphones, sozialen Netzwerken und ständiger Erreichbarkeit aufgewachsen. Gerade deshalb wirkt eine Welt ohne permanentes Online-Sein inzwischen fast exotisch.


In einer vom SWR aufgegriffenen Untersuchung gaben 60 Prozent der befragten Gen-Z-Angehörigen an, sie wünschten sich in eine Zeit zurück, bevor alle ständig online waren. Bemerkenswert ist daran: Viele von ihnen haben diese Zeit selbst nie erlebt.


Das Marktforschungsunternehmen GWI kommt zu einem ähnlichen Ergebnis. Demnach fühlt sich die Gen Z stärker als andere Generationen zu nostalgischen Medien hingezogen. Rund die Hälfte verbindet Filme, Serien oder Musik aus früheren Jahrzehnten mit einem nostalgischen Gefühl.


Auch alte Technik erlebt ein Comeback. Junge Menschen fotografieren mit analogen Kameras, sammeln CDs oder hören Musik auf Vinyl. Es geht dabei nicht nur um den Look. Analoge Dinge verlangen Aufmerksamkeit. Man muss eine Platte auflegen, auf entwickelte Fotos warten oder sich für ein Album entscheiden, statt sich endlos durch Inhalte zu bewegen.


Retro bedeutet deshalb nicht unbedingt, dass früher alles besser war, aber es bedeutet, wir nehmen uns das was gut war.


Dating in den Achtzigern: weniger Auswahl, mehr Zufall


In den Achtzigern gab es keine Dating-Apps, keine öffentlichen Profile und keine Liste potenzieller Partnerinnen und Partner im Umkreis von hundert Kilometern.


Menschen lernten sich dort kennen, wo sie sich ohnehin begegneten: in der Schule, im Freundeskreis, bei der Arbeit, auf Partys, im Urlaub oder in der Disco. Man sah jemanden, beobachtete sich eine Weile und musste irgendwann entscheiden, ob man den ersten Schritt wagt.


Danach begann das Warten. Vielleicht rief jemand auf Festnetz an und hoffte, dass nicht zuerst die Eltern ans Telefon gingen. Vielleicht entstand auch gar nichts, weil beide zu schüchtern waren.


Kontaktanzeigen boten schon damals eine Möglichkeit, Menschen außerhalb des eigenen Umfelds kennenzulernen. In den Achtzigern wurden sie zunehmend populär, waren aber teilweise noch mit einem gewissen Stigma verbunden. Wer eine Anzeige aufgab, musste sich auf wenigen Zeilen beschreiben und anschließend auf Zuschriften warten.


Dating war dadurch nicht automatisch romantischer oder leichter. Ein Korb tat genauso weh, Rollenbilder waren enger und manche Begegnung fand nie statt, weil der entscheidende Moment verpasst wurde.


Aber es gab einen Unterschied: Die Person war zuerst da. Erst danach kamen Informationen über sie.


Heute sehen wir oft zuerst Alter, Beruf, Größe, Interessen und mehrere Fotos. Damals begann vieles mit einem Blick oder dem Gefühl, dass jemand interessant sein könnte.


Der Zettel war die Nachricht vor der Nachricht


Besonders Jugendliche fanden ihre eigene Form der diskreten Kommunikation: den Zettel unter der Schulbank.


Darauf standen Neuigkeiten, kleine Geheimnisse, Entschuldigungen und natürlich Fragen rund um Liebe und Beziehung. In einer Sammlung historischer Schülerzettel machte dieses Thema ungefähr die Hälfte der gefundenen Botschaften aus. Die kleinen Papierstücke wurden schnell beschrieben, gefaltet und heimlich weitergegeben.

Ein Zettel war persönlich, obwohl er nur aus wenigen Worten bestand. Jemand hatte ihn geschrieben, in die Hand genommen und sich überlegt, wie er bei der richtigen Person ankommt.


Gleichzeitig ließ er Abstand. Die angesprochene Person musste nicht sofort reagieren. Sie konnte den Zettel lesen, einstecken, beantworten oder auch nicht.

Vielleicht liegt genau darin sein besonderer Reiz: Ein Zettel sagte „Du bist mir aufgefallen“, ohne daraus sofort eine große Szene zu machen.


Was das alte Dating besser konnte


Dating-Apps haben die Partnersuche zugänglicher gemacht. Sie helfen Menschen, die sich im Alltag kaum begegnen würden, und schaffen Kontaktmöglichkeiten unabhängig von Ort und sozialem Umfeld.


Gleichzeitig erzeugt die große Auswahl neue Probleme. Jede Begegnung konkurriert mit unzähligen weiteren Profilen. Gespräche werden parallel geführt, Kontakte versanden und selbst ein interessantes Match kann austauschbar wirken.


Hinzu kommt die digitale Erschöpfung. In einer aktuellen Pew-Erhebung sagten 45 Prozent der befragten Jugendlichen, dass sie zu viel Zeit in sozialen Medien verbringen. 44 Prozent hatten bereits versucht, ihre Nutzung sozialer Medien oder ihres Smartphones zu reduzieren.


Die Retro-Welle ist deshalb mehr als eine ästhetische Spielerei. Sie ist auch eine Suche nach Begrenzung. Nach Dingen, die nicht jederzeit verfügbar sind. Nach Begegnungen, die nicht optimiert, gefiltert und bewertet werden müssen.


Der Retro-Trend fürs Dating heißt mootiq


Niemand muss zurück zum Festnetztelefon oder eine Kontaktanzeige in der Zeitung aufgeben. Die gute Idee von damals lässt sich mit den Möglichkeiten von heute verbinden.


Genau das macht mootiq.


Die mootiq-Karte ist ein bisschen wie das Zettelchen aus der Schulzeit. Nur erwachsener, sicherer und zeitgemäß. Du übergibst sie einer Person, die dir im echten Leben aufgefallen ist. Persönlich, wortlos oder mit einem einfachen Satz.

Die andere Person entscheidet anschließend selbst, ob sie dein geschütztes Profil ansehen und Kontakt aufnehmen möchte. Kein öffentliches Profil. Kein Standort. Kein Swipen durch fremde Menschen. Kein Algorithmus, der entscheidet, wer zu wem passen könnte.

Am Anfang steht wieder eine reale Begegnung.

Damit bringt mootiq etwas zurück, das beim digitalen Dating verloren gegangen ist: den kleinen, mutigen Moment zwischen zwei Menschen.

Retro-Dating ist zurück. Und diesmal passt auf in eine Karte.



Quellen und weiterführende Links

 
 
 

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